Streckmetall für die Architektur und Industrie
Streckmetall ist ein äußerst vielseitiges und zu den unterschiedlichsten Zwecken in Architektur und Industrie, Handwerk und Technik einsetzbares Material. Schon alleine auf Grund der sehr großen Vielfalt der Maschenkombinationen gibt es mehr als 15.000 verschiedene Möglichkeiten für Streckmetalle.
Was ist Streckmetall?
Streckmetall – auch Streckgitter genannt – ist ein metallisches Halbzeug mit gitterartiger Struktur. Anders als bei Lochblech oder geschweißten Gittern entstehen die Öffnungen nicht durch Stanzen oder Fügen, sondern durch versetzte Schnitte, die im selben Arbeitsgang zu Maschen aufgeweitet werden – das namensgebende „Strecken“. Das Ergebnis: eine zusammenhängende Maschenstruktur aus einem Stück Metall – ohne Materialverlust, ohne Schweißnähte, ohne Flechtverbindungen.
Wie wird Streckmetall hergestellt?
Ausgangsmaterial ist Bandmaterial oder Tafelware aus Metall oder Kunststoff. Eine Streckmetallmaschine setzt mit einem profilierten Messer versetzt angeordnete Schnitte in das Vormaterial und „streckt“ es. Die Schnitte weiten sich dadurch zu Maschen auf. Die schräg angestellten Stege ergeben die typische dreidimensionale Maschenstruktur. Wird das Material anschließend gewalzt, spricht man von flachgewalztem Streckmetall mit ebener Oberfläche. Bei gerichtetem Material spricht man von kalandriertem Streckgitter.
Weil beim Strecken kein Material ausgestanzt wird, gibt es keinen Verschnitt: Aus einer Tafel Blech entsteht eine deutlich größere Fläche Streckmetall. Das macht den Werkstoff wirtschaftlich und ressourcenschonend.
Die Masche: Geometrie und Kenngrößen
Eine Streckmetallmasche wird durch vier Kenngrößen beschrieben: Maschenlänge, Maschenbreite, Stegbreite und Stegdicke. Aus ihrem Verhältnis ergibt sich die freie Fläche der Masche.
Die gängigsten Maschenformen sind:
- Rautenmasche – die klassische Form, technisch und architektonisch universell
- Rundlochmasche – als mögliche Alternative zu Lochblech
- Quadratmasche – als mögliche Alternative zu Drahtgewebe
- Sechseckmasche
Aus welchen Werkstoffen besteht Streckmetall?
Am häufigsten werden Aluminium, Stahl (auch sendzimir und elektrolytisch verzinkt) und Edelstahl verarbeitet. Für spezielle Anwendungen sind auch Kupfer, Messing, Nickel, Titan oder Kunststoff möglich. Die Oberfläche kann roh bleiben oder auf Wunsch veredelt und beschichtet werden – etwa durch Pulverbeschichtung in jedem RAL-Ton, Eloxieren oder Feuerverzinken für zusätzlichen Korrosionsschutz.
Streckmetall, Lochblech oder Drahtgewebe – was ist der Unterschied?
Gegenüber Lochblech: Beim Lochblech werden die Öffnungen ausgestanzt – das gestanzte Material ist Abfall. Streckmetall entsteht ohne Materialverlust und ist daher bei vergleichbarer Fläche meist wirtschaftlicher. Die schräg gestellten Stege geben Streckmetall zudem eine Tiefenwirkung und richtungsabhängige Durchsicht, die Lochblech nicht bietet.
Gegenüber Draht- und Schweißgittern: Streckmetall besteht aus einem Stück – es gibt keine Kreuzungspunkte, die sich lösen können, und keine Schweißstellen. Die Struktur ist formstabil und franst auch an Schnittkanten nicht aus.
Typische Eigenschaften
- Formstabil und selbsttragend, auch bei geringer Materialdicke
- Gut umformbar: biegen, kanten, runden, tiefziehen
- Keine Schweiß- oder Verbindungsstellen, dadurch dauerhaft belastbarer
- Luft-, licht- und blickdurchlässig – steuerbar über Masche und Einbaurichtung
- Veredelbar in Oberfläche und Farbe
Wo wird Streckmetall eingesetzt?
Kaum ein metallisches Halbzeug ist so vielseitig: Je nach Masche, Material und Oberfläche übernimmt Streckmetall gestalterische, schützende oder funktionale Aufgaben.
In der Architektur vor allem als Fassadenverkleidung, Sonnen- und Sichtschutz, für Brüstungen, Geländer und Deckensysteme – mehr dazu auf unserer Seite mit Projekten.
Architektur und Bau
- Fassadenverkleidung – als vorgehängte, hinterlüftete Fassaden für Neubau und Sanierung, auch großflächig – mehr dazu auf unserer Seite mit Projekten.
- Sonnen- und Sichtschutz – die schräg gestellten Stege lenken Licht und Blicke, je nach Einbaurichtung offen oder geschlossen wirkend
- Brüstungen, Geländer und Absturzsicherungen – stabil und durchlässig oder geschlossen
- Parkhausfassaden – natürliche Belüftung bei gleichzeitigem Witterungs- und Blendschutz
- Deckensysteme – abgehängte Metalldecken mit akustischer Wirkung
- Innenausbau, Laden- und Messebau – Raumteiler, Wand- und Möbelverkleidungen, Treppenhausgestaltung
Industrie und Technik
- Filterelemente und Siebe – von robusten Trägergittern bis zu Mikromaschen ab 0,05 mm Materialdicke
- Lüftungs- und Schutzgitter – Maschinenschutz und Abdeckungen mit definierter Öffnungsgröße
- Elektrochemie und Energietechnik – Elektrodenträger für Batterien, Brennstoffzellen und Elektrolyse
- Blitzschutz und Abschirmung – z. B. Kupfer-Streckmetall für Blitzschutzsysteme und EMV-Anwendungen
- Fahrzeug- und Maschinenbau – leichte, formstabile Komponenten und Verstärkungselemente
- Verbundanwendungen – Streckmetall als Armierung in Bau- und Verbundwerkstoffen
Mehr zu den beiden Bereichen auf unseren Seiten Streckmetall Fassade und Streckgitter für die Industrie.
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Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne und stellen Ihnen Muster zur Verfügung.
